Experten-Tipps

So entsteht ein Waldgarten

Kiefern mögen es trocken, Eichen brauchen es moorig: Gartenexperte Holger Ried gibt hilfreichen Rat beim Anlegen des eigenen Waldgartens.

Waldgarten

Lauschige Schattenbereiche unterm grünen Dach der Baumkronen machen den Charme des Waldgartens aus. Mit altem Baumbestand sind solche Biotope naturgemäß am besten zu realisieren. Die großen Bäume werden abgestuft mit unterschiedlich hohen Gehölzen unterpflanzt, dann wird der Boden mit geeigneten Stauden, Moosen, Farnen gestaltet. Junge Bäume wachsen im Jahr 10 bis 20 cm, Birken und Kiefern schneller. Große Bäume kann man in Spezialbaumschulen kaufen, sie haben aber ihren Preis.

Für die Gestaltung sollte man ein Thema wählen, das der Bodenbeschaffenheit entspricht. Bei kleineren Gärten ist es ratsam, sich auf wenige Gehölzarten zu beschränken. Ein nordisches Kiefernwäldchen mit Sandwegen, Findlingen und einer Unterpflanzung aus Gräsern und Solitären bietet sich für trockene Standorte an. Auf moorigen Böden lassen sich gut Rhododendren zu Eichen pflanzen. Auch Ahorne mögen es feucht und humos. Gedrungene Fächer- und Schlitzahorne eignen sich durch ihre Vielgestaltigkeit, um auf begrenztem Raum interessante kleine Waldlandschaften zu schaffen, die mit ihrer Herbstfärbung den Indian Summer in den Garten holen. Eine transparente Alternative ist der Birkenhain. Helle Kiesflächen, Gras und Moose betonen seinen heiteren Charakter.

Als Standort eignen sich der nordwestliche oder nordöstliche Gartenbereich. Legen Sie natürlich gewundene Trampelpfade oder Wege aus Rindenmulch, Kies oder einzelnen Trittsteinen an. Das feuchte Mikroklima, das in den meisten Waldgärten erwünscht ist, lässt sich durch Wasserstellen und Abdeckung des Bodens mit Rindenmulch fördern. Schattenliebende Waldpflanzen wie Farne, Bärlauch oder Waldgeißbart gedeihen hier prächtig. Bei hoher Luftfeuchtigkeit siedeln sich auf morschen Wurzeln und Holzstämmen auch schnell Pilzkulturen an. Moose und Flechten, die über Felsen und Trittsteine wachsen, runden das Bild eines urwüchsigen Märchenwaldes ab.

 

Der Experte Holger Ried ist Mitarbeiter der Firma Rudolf Schmale, Hamburg, Mitglied des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau.

 

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