Tipps vom Experten

So entsteht ein Garten-Biotop

Gartenbau-Ingenieur Pascal Hardung erklärt, wie man ein Garten-Biotop anlegt. Damit es ordentlich blüht und quakt!

Garten-Biotop

Natürlichkeit heißt das Schlüsselwort, übertriebene Ordnungsliebe ist der Feind des Biogartens. Laub, das unter Sträuchern liegen bleibt, bietet Kleinstlebewesen Schutz und Nahrung. Ein Baumstamm, der verrotten darf, dient Insekten als Domizil und lockt vielleicht einen Specht an. Und durch die Wahl geeigneter Gehölze, Stauden und Sommerblumen lassen sich Vögel, Bienen und Schmetterlinge anlocken. Gehölze wie Weißdorn, Schwarzdorn und Wildrosen bieten Vögeln durch ihre Dornen einen geschützen Raum zum Schlafen und Brüten. Ihre Früchte sind – genauso wie die von Felsenbirne, Apfelbeere, Zierapfel oder Pfaffenhütchen – beliebte Leckerbissen. Laub abwerfende Bäume und Sträucher sind als Nährquelle generell ergiebiger als ihre immergrünen Verwandten. Besonders begehrt bei Bienen und Schmetterlingen sind die Blüten von Bauernjasmin, Schneeball und Schmetterlingsstrauch.

Wichtige Bienennährgehölze sind Spätblüher wie Liguster und heimische Linde, da sie den Tieren während eines „Blütenlochs“ ab Juni den Nektar liefern. Am Efeu können sich Bienen noch bis in den Herbst hinein laben. Stauden mit einfacher Blüte sind für Insekten besonders wertvoll. Mit einer geringeren Anzahl Staubgefäße haben gefüllte Sorten ihnen deutlich weniger zu bieten. Bienen und Schmetterlinge lieben Lavendel, Schlüsselblumen, Eisenhut, Rittersporn, Margeriten, Brandkraut. Wahre Bienenweiden sind die späten und dauerhaften Blüten von Wasserdost und Fetthenne. Trockenmauern aus Natursteinen geben dem Garten Struktur, und in ihren ungefugten Ritzen und Spalten richten sich zahlreiche Insekten sowie Kröten und Eidechsen häuslich ein.

Wenn Platz für eine Mauer fehlt: Ein einfacher Haufen locker aufeinander geschichteter Steine erfüllt auch seinen Zweck. Wasser darf nicht fehlen. Ein drei Quadratmeter großer naturnaher Teich genügt, um eine Öko-Oase entstehen zu lassen. Fische gehören nicht hinein. Kleinstlebewesen kann man mit einem Eimer Wasser aus einem natürlichen Gewässer ansiedeln. Schon bald stellen sich Libellen, Frösche und Kröten ein. Uferpflanzen wie Iris ziehen Schmetterlinge an. Und ein paar flache Steine am Rand erleichtern es den Vögeln, den Teich als Tränke zu nutzen.

Pascal Hardung ist Gartenbau-Ingenieur und leitet die Baumschule Pflanzenkontor in Frankfurt/Main.

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