Tipps vom Landschaftsgärtner

Schöne Schattengewächse

Adieu, Tristesse: Landschaftsgärtner Karsten Hain erklärt, welche Pflanzen Farbe ins Dunkle bringen und wie man sie richtig pflegt. 

Farne eignen sich sehr gut für schattenreiche Gärten

COUNTRY: Schattenreiche Gärten bereiten Kopfzerbrechen – da blüht einfach nichts. 

Karsten Hain: Das stimmt so nicht. Blü­tenreiche Farbenpracht darf man allerdings tatsächlich nicht erwarten.

Welchen Pflanzen gefällt es im Schatten? Als Sträucher eignen sich Streifenahorn, Tep­pichhartriegel und einige Spindelstrauchar­ten. Als Stauden alle Farne, Ungar­wurz und Goldbeere, Schaublätter und Seggengräser. Sie gedeihen auch in Kiesbeeten und zwischen Natursteinen. Rhododendron, Aza­leen, das Tränende Herz, Lavendel­heide, Storchschnabel und Skim­mien wachsen ebenfalls im Schat­ten und im Halbschatten.

Was machen Besitzer eines schattigen Gartens oft falsch? Sie kaufen ohne Beratung im Gar­tencenter, gehen nach der Optik, wünschen sich sogar ein Rosen­beet. Im Schatten wird aber nichts aus Rosen. Mit einer Ausnahme: Ramblerrosen ranken sich am Baumstamm hoch bis zur Krone.

Ein Schattengarten wird neu angelegt. Was ist zu beachten? Der Boden sollte sehr humushaltig und frei von Staunässe sein. Bei einer Neuanlage lockert man den Boden 40 Zentimeter tief auf. Die obere Hälfte vermischt man mit gewaschenem Sand, so wird sie durchlässiger. Dann reichlich Rin­denhumus oder Kompost zusetzen, um eine gute Speicherfähigkeit und Nährstoffgrundlage zu schaffen.

Brauchen Pflanzen im Schatten eine besondere Pflege? Wenn der Schatten durch Bäume verursacht wird, benötigt das, was darunter wächst, häufigere Düngung und Bewässerung. Die Schattenverursacher ernähren sich ja auch von Wasser und Dünger. Bei Mauerschatten ist diese Extraversorgung nicht nötig.

Sind Schattenpflanzen anfälliger für Krankheiten oder Schädlinge? Pflanzen, die sich für schattige Plätze eignen, sind meist sehr robust. Sie erkranken daher auch nicht besonders oft und haben auch sel­ten Schädlinge. Für Schatten un­geeignete Pflanzen dagegen schon. Rosen etwa werden im Schatten schnell von Läusen, Sternrußtau und Mehltau befallen.

Pflanzen, die sich für schattige Plätze eignen, sind meist sehr robust.

Pflanzen, die sich für schattige Plätze eignen, sind meist sehr robust.

Im Baumschatten wächst kein Gras. Was tun? Man braucht einen nährstoffreichen, gelockerten Boden und das richtige Saatgut, nämlich Schatten­ rasen. Später sollte man die Gras­ länge immer zwischen sieben und zehn Zentimeter halten und zwei­ bis dreimal im Jahr dünn nachsäen, dazwischen regelmäßig speziellen Rasendünger verwenden. Da Schat­tenrasen wenig strapazierfähig ist, sollte er nur zum Mähen betreten werden.

Eine echte Alternative zum Rasen, der im Schatten gedeihen soll, ist die Breitblatt-­Segge Carex plantaginea. Sie kommt mit wenig Licht und Wasser aus.

Ist ein Wasserelement eine gute Idee im Schattengarten? Ein Wasserspiel oder auch ein klei­ner Wasserlauf sind durchaus geig­net. Wenig Freude wird man jedoch an einem Gartenteich haben, da Teichpflanzen im Schatten kaum gedeihen. Da hat man dann höchstens einen ungepflegten Tümpel und jede Menge Stechmücken.

Karsten Hain ist Landschaftsgärtnermeister und Inhaber eines Betriebs für Garten- und Landschaftsgestaltung in Gedern bei Frankfurt am Main.

Quelle:
Autor:
Petra Apfel