Interview mit Gartenbau-Experte

Rote Stauden im Herbst

Indian Summer im Garten: Welche Stauden und Gehölze uns jetzt im Herbst so richtig Rot sehen lassen, verrät Gartenbau-Experte Martin Losem.

Fuchsia

COUNTRY: Beim Thema rote Bäume fallen einem zunächst nur Ahorn-Arten ein.

Martin Losem: Dabei gibt es so viele tolle „Rote“: die Blutpflaume oder der Amberbaum. Einige Hartriegel wie Cornus sanguinea ‘Winter Beauty’ haben neben rotem Laub auch rote Zweige. Und der wilde Wein überschüttet im Herbst Mauern und Pergolen mit burgunderroten Blätterkaskaden.

Wann ist die beste Pflanzzeit? Von Oktober bis März, in der sogenannten Wachstumsruhe. Der Boden darf nicht gefroren sein, auch ausreichendes Anwässern ist nötig. Bei ballenlosen Pflanzen sollte man auf den gleichmäßigen Bodenkontakt der nackten Wurzeln achten.

Kann man auch Staudenbeeten bis in den Winter hinein Rottöne entlocken? Der Kerzenknöterich bildet in dieser Zeit noch rubinrote Blüten aus. Gartenfuchsien, Prachtspieren oder die Fetthenne sind ebenfalls interessant. Deren rotbraune Blütenstände sollte man im Winter unbedingt belassen – sie sind selbst abgestorben oder bereift noch sehr attraktiv.

Welche Bepflanzung in Rot schlagen Sie für Vorgärten und Terrassen vor? Vor dem Haus machen sich kleinkronige Bäume gut, etwa Ahorn-Arten mit rotem Blattschmuck oder die schon erwähnte Blutpflaume. Dazu bodendeckende Rosen in Dunkelrot, zum Beispiel die Sorte ‘Sommerabend’. Als Farbkontrast empfiehlt sich Lavendel und ein immergrüner Bodendecker. Wer seine Terrasse mit einem roten Blütensaum einfassen möchte, sollte Beetrosen, rot blühende Rhododendren oder Flieder (‘Redwine’) und Weigelien der Sorte ‘Bristol Ruby’ wählen. Dazwischen sehen Stauden wie Heidenelken oder Flammenblumen sehr hübsch aus.

Aber im Winter ist der ganze Zauber verblüht … Nicht wenn man Kübel bepflanzt, und zwar jetzt, im Oktober! Etwa mit Hartriegel, Rebhuhnbeere und winterblühenden Erika- und Besenheidesorten in verschiedenen Rottönen.

Der Baum des Jahres 2010 ist die Vogelkirsche. Wie kommt sie im Garten am besten zur Geltung? Die Vogelkirsche ist recht anspruchslos, gedeiht auf kalkigen, durchlässigen Böden und verträgt keine Staunässe. Man sollte die zu erwartende Größe von stattlichen 15 bis 20 Metern beachten. Gut zu ihr passen die Gehölze des hiesigen Waldrandes wie Holunder, Ilex oder Schlehen. Aber auch als Solitärbaum auf einer Blumenwiese ist sie sehenswert!

Wie sieht Ihr ganz persönlicher Traumgarten in Rot aus? Ein Landschaftsgarten mit einer rotgelb- braunen Herbstfärbung, Indian Summer vor dem Wohnzimmerfenster!

Martin Losem ist Geschäftsführer der Losem Garten- und Landschaftsbau GmbH in Königswinter und Mitglied im Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V.