Gartenarbeit

Schöner Garten, wenig Arbeit

Werkeln im Garten wäre ja schön, wenn der Alltag nur mehr Zeit dafür ließe. Welche Entlastung ein pflegeleichter Garten bietet, erklärt Gartenarchitektin Claudia Schaaf. Die Mutter von drei Kindern weiß, wovon sie spricht.

Gartenarbeit

COUNTRY: Ein schöner Garten, der nicht viel Arbeit macht – ist das ein Widerspruch in sich? Claudia Schaaf: Überhaupt nicht. Viele Menschen wünschen sich heute einen pflegeleichten Garten, weil Familie, Job und Freizeitaktivitäten auch viel Zeit und Aufmerksamkeit beanspruchen. Durch überlegte Gestaltung und geschickte Pflanzenauswahl hält sich der Arbeitsaufwand in Grenzen, ohne dass das Ergebnis lieblos aussieht. Aber eines ist klar: Einen Garten, um den man sich gar nicht kümmern muss, gibt es nicht.

Man könnte es doch mit einem naturbelassenen Öko-Garten versuchen... Genau das ist keine gute Idee. Wenn der Naturgarten nicht sorgfältig gepflegt wird, sieht er schnell wie ein Haufen Unkraut aus. Der hohe Arbeitsaufwand spricht übrigens auch gegen einen Nutzgarten. Und wenn wir schon dabei sind, was alles nicht pflegeleicht ist, wären hier auch Rasen und Kies zu erwähnen. Rasen muss im Sommer jede Woche gemäht und gewässert werden, sonst bekommt man Wiese und braune Stellen. Auf Kieswegen sind Blätter und Unkraut schwer zu entfernen, ein Kiesbeet lässt sich nur aufwendig umgestalten.
 
Wie wird ein Garten pflegeleicht? Grundsätzlich sind Gärten im ländlich-rustikalen Stil pflegeleichter als solche mit klarem urbanem Design. Eine leichte Moospatina kann auf einem Klinkerweg gut aussehen, auf hellem, glattem Naturstein wirkt sie nur schmuddelig. Dann: Eingefasste Beete machen weniger Arbeit als solche, die in den Rasen übergehen. Wichtig für die Pflege mit wenig Aufwand ist die Beet-Breite. Ein langes schmales Beet lässt sich leichter bearbeiten als ein gleich großes rechteckiges. Das liegt am leichteren Zugang, hat aber auch mit Psychologie zu tun: Man hat den Eindruck, sehr schnell voranzukommen – etwa beim Unkrautjäten. das A und O beim Pflegeaufwand ist aber die Pflanzenwahl.
 
Und wie sieht die aus? Es beginnt damit, sich auf wenige standortgeeignete Pflanzenarten zu beschränken, diese aber in größeren Gruppen zu pflanzen. Eine Reihe Hortensien zum Beispiel: Sie füllen eine große Fläche,machen das ganze Jahr über viel her mit ihren spektakulären Blütenkugeln und den dichten Blättern, unter denen sich zudem wenig Unkraut breitmachen kann. Ähnliches gilt für Rhododendron: dichte immergrüne Blätter, tolle Blüte, auch für schwierige Standorte geeignet, muss nicht geschnitten werden, sieht immer ordentlich aus. Pflegeleicht und optisch wirkungsvoll sind auch Sträucher mit frei stehender Blüte wie Sommerflieder und Zierapfel. Sie können oft auf den Schnitt verzichten genau wie Felsenbirne oder Pflaumendorn. Lang blühende Stauden wie Katzenminze, gelber Sonnenhut oder Salbei machen wenig Mühe. Und Bodendecker – absolut pflegeleichtes Immergrün und Unkrautverdränger. Manche wie etwa einige Elfenblumenarten kann man mit dem Rasenmäher kürzen. Langsam wachsende Pflanzen eignen sich auch als Hecke. Die Eibe legt pro Jahr 20 Zentimeter zu und muss nur einmal gestutzt werden. Der beliebte Kirschlorbeer dagegen wuchert bis zu 60 Zentimeter in alle Richtungen und man darf sich mehrmals jährlich mit dem Schnitt beschäftigen.
 
Wird so ein Garten nicht eintönig? Nicht wenn man geschickt kombiniert. Hinter einem getrimmten Buchsbaum wirken „unordentliche“ Wildgräser stylish. Noch weniger Aufwand hat man mit gut stehenden Gräsern und einer leicht wirren Blütenfläche darunter, etwa Panicum ‘Heavy Metal’ und Storchenschnabel.
 
Claudia Schaaf ist Geschäftsführerin von Ingo Beran Garten- und Landschaftsbau in Neu Wulmstorf bei Hamburg.
Quelle:
Autor:
Petra Apfel