Urban Gardening

Lust auf Garten in der Stadt

Immer mehr junge Menschen fühlen sich auch in der Großstadt zum Gärtnern berufen.

Urban gardening

Gießkannen

Fröhliche Gießkannen-Girlande

Alles, was hier mitten in Berlin zwischen Bürogebäuden und Falafel-Buden wächst, ist mobil. „Wenn wir morgens einen Kaffee trinken und feststellen, dass die Beete nicht optimal stehen, dann packen wir an. Wenn ich abends nach Hause gehe, fühlt es sich trotzdem nicht an wie ein Achtstundentag.“

Maxi Gniot, 24, ist Mitglied einer bunt gemischten Gärtnergruppe, die sich um ein 6000 Quadratmeter großes Gartenstück am Moritzplatz in Kreuzberg kümmert. Die gelernte Bautechnikerin, die nach Studium und einem ökologischen Jahr nun ein Praktikum im Prinzessinnengarten macht, hat festgestellt, dass die Menschen aus ganz unterschiedlichen Motiven kommen. Manche haben hier ein Tomatenhaus, halten sich Bienen oder möchten einfach nur in einem Garten sitzen, andere wollen richtig anpacken und in der Erde wühlen nach einem Tag am Computer.

„Uns geht es darum, etwas gemeinsam zu machen, wir sind sehr glückliche Dilettanten.“ Maxi hat ihre Liebe zum Gärtnern von ihrer Großmutter geerbt und lernte dort zwischen Kirschbäumen, einem Teich und Johannisbeersträuchern, wie Spargel, Tomaten und Radieschen wachsen. Sie hat festgestellt, „dass die Gespräche, die bei der Gartenarbeit entstehen, eine besondere Qualität haben und daraus Freundschaften entstehen können, die sonst keine Chance hätten in der städtischen Hektik“.

In dem neuen Buch „Urban Gardening“ (Oekom Verlag, 19,95 Euro) untersucht die Herausgeberin Christa Müller die vielfältigen Hintergründe der Rückkehr der Gärten in die Stadt, die viel mehr ist als nur ein vorübergehender Trend.

Quelle:
Autor:
Kristin Rübesamen