Der Garten von Schloss Inkofen

Im grünen Salon

Rasenparkett, Kieswege, Hortensienpoufs und Buchsschnörkel: Die Münchner Interior-Designerin Birgit Otte hat sich im bayerischen Inkofen passend zu ihrem Schloss ein grünes Vorzimmer eingerichtet.

Das Schloss Inkofen sieht aus, als hätte es ein Kind gemalt. Ein riesengroßes Haus, weiß mit vielen Fenstern und dazu ein buntstiftrotes Ziegeldach. Es steht auf der Kuppe eines Akazienhügels, drum herum ist eine Mauer gebaut und in der Mitte ein blau-weißgestreiftes Tor. Dahinter liegt Birgit Ottes Garten. Eine grüne Insel mit Kieswegen, Buchsrabatten, einer uralten Magnolie und einem Quittenstrauch, so märchenhaft wie – „ein Wunschbäumchen!“, spinnt die Interior- Designerin Birgit Otte den Gedanken weiter. Auch die Idee, dass Schloss Inkofen, das in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts als Sitz der Grafen La Rosée erbaut wurde, eigentlich eine Kinderphantasie sei, gefällt ihr. „Stimmt“, sagt sie. „Im Winter, wenn es draußen dunkel ist und die Fenster beleuchtet sind, wirkt es wie ein Adventskalender-Haus.“

Jetzt, im Sommer, flimmern die Schatten der Bäume über die Fassade als wäre es eine weiße Leinwand. Ein Brunnen aus Stein plätschert unter dem Walnussbaum, und die Sonne sprenkelt die Rasenflächen mit grüngoldenen Punkten, spielt in den Hortensienbüschen, lässt die hellblauen Blütenbälle bald rosa- und violett-, danach perlmuttfarben aufleuchten und taucht die Rosen an der Steinmauer in gelbes Feuer.

„Rechts vom Tor ist alles gelb und blau“, sagt die Designerin und knipst ein paar Blättchen an den Buchsspiralen ab, die vor einer mit Zitronenbäumchen und Ginster bekrönten Treppe stehen. Gegenüber, vor der Magnolie und der Remise mit den blau gestrichenen Fensterläden, blüht es rot, „weil der Fächerahorn das so bestimmt hat“. Birgit Otte lacht, und dabei flammt ein so strahlendes Lächeln in ihrem Gesicht auf, dass selbst die Hunde – das Irish-Setter-Mädchen Gladys und der sanftmütige Riese Donovan, eine Deutsche Dogge mit einem braunen und einem vergissmeinnichtblauen Auge – die Köpfe heben und wie verzaubert zu ihr aufsehen.

 

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Autor:
Simone Herrmann