Gartenpraxis: Profi-Tipps

Gehölze gegen Wintertristesse

Der Blick nach draußen gleicht zurzeit einer Zeichnung in Schwarz-Weiß. Gartenplaner Bernd Hestermeyer verrät, wie daraus ein Gemälde wird.

Die Zaubernuss

Mit den richtigen Gehölzen muss selbst im Winter kein Garten trist aussehen. Welche empfehlen Sie?

BERND HESTERMEYER: Zu meinen absoluten Favoriten gehört die Zaubernuss. Wichtig ist, dass sie einen freien Standort hat, damit sie sich voll entfalten kann, denn sie wächst breit und ausladend. Ein idealer Solitär und obendrein sehr robust. Ihre schwefelgelben Blüten sind so farbstark, dass sie sogar aus der hintersten Ecke des Gartens heraus leuchten.

Gibt es auch immergrüne Hölzer, die im Winter blühen? Aber ja, der Klassiker ist die Mahonie. Hier gefällt mir besonders die Sorte ‘Winter Sun’. Sie hat einen phantastischen, straffen und aufrechten Wuchs. Ein guter Strukturgeber! Außerdem duften ihre gelben Blüten himmlisch. Je nach Sorte kann man sie von Oktober bis Februar genießen. Dekorativ ist auch der immergrüne Mittelmeer-Schneeball. Seine zarten, weiß-rosa Blüten sehen im Schnee wunderschön aus. Er ist sehr schnittverträglich und man kann ihn gut stutzen. Daher eignet er sich ideal für kleine Gärten. Generell sollte man darauf achten, dass immergrüne Hölzer nicht zu viel harte Wintersonne abbekommen und dass ihr Standort nicht zu rau ist.

Fast in jedem deutschen Garten steht die traditionelle Forsythie. Welche Alternativen gibt es für sie? Die Scheinhasel, auch ein Zaubernussgewächs. An ihr hat man sogar noch früher Freude, denn sie blüht vor der Forsythie, die ja ein Frühlingsblüher ist! Der  kompakte Wuchs der Scheinhasel – sie wird gerade mal eineinhalb Meter hoch – macht sie zur perfekten Zierde im kleinen Garten. Ab März überrascht sie mit duftenden, hellgelben, glockigen Blüten.

Duft im Winter ist etwas Besonderes. Welche Gehölze riechen am besten? Der Osmanthus-Strauch mit seinen kleinen, weißen Blüten wird auch Duftblüte genannt – und das sagt alles. Als immergrünes Gehölz ist er aber etwas empfindlich und sollte an einer geschützten Stelle stehen. Noch ein Tipp ist die Winterblüte. Ihre gelben Glocken verströmen ein Vanillearoma. Für mich die größte Kostbarkeit unter den Gehölzen. Der Strauch hat eine lange Blütezeit, je nach Standort und Witterung sogar von Dezember bis März.

Viele dieser Pflanzen sind Exoten aus Asien. Gibt es eine heimische Schönheit? Die Kornelkirsche ist eine Wiederentdeckung wert. Mit ihrem strubbeligen Wuchs eignet sie sich gut für Wildhecken. Im Sommer trägt sie feine Früchte und im Winter verblüfft sie noch vor dem Laubaustrieb mit Tausenden gold-gelben Blüten, die nach Honig duften.

Bernd Hestermeyer führt als Gartenplaner einen Betrieb für Garten- und Landschaftsbau in Wardenburg bei Oldenburg, Niedersachsen. Er legt ausschließlich private Gärten an.

Schlagworte:
Quelle:
Autor:
Christa Hasselhorst