Gewinner des Gartenwettbewerbs 2009

Die schönsten Plätze im Garten

Die schönsten Plätze im Garten waren gesucht: Fachgerecht angelegt und gepflegt sollten die Sitz- und Liegeplätze sein und Teil eines Gesamtkonzepts. Über 100 Gartenbesitzer folgten dem Aufruf von COUNTRY und dem Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. Die Wahl fiel unserer Jury nicht leicht. Wir danken allen Teilnehmern und gratulieren den drei Hauptgewinnern! 

1. PREIS 

Heidi und Walter Geiger Hausgarten in München-Sendling

Viel Idylle auf wenig Raum
Auf nur 200 Quadratmetern legte Heidi Geiger im Südwesten von München einen Stadtgarten mit barockem Charme an. Der ideale Ort, um mit Freunden zu feiern oder um beim Plätschern des antiken Wasserspeiers zu träumen und zu relaxen. 

Träumt da jemand vom Leben auf einem Schloss? Heidi Geiger lacht: „Wenn das Haus modern gewesen wäre, sähe auch der Garten anders aus. Aber Sprossenfenster, Bögen, Steinbalustrade und vor allem die Efeuwand haben den Stil einfach vorgegeben.“ Mitten im Münchner Stadtteil Sendling hat die Schneiderin auf 200 Quadratmetern ein barock anmutendes Kleinod geschaffen, mit verblüffend viel Raum zum Verweilen. „Das war wichtig, weil wir gerne Gäste haben.“ Geschickt und mit viel Farbgefühl hat sie den Garten um Plätze für drei Liegen, einen runden Steintisch und eine quadratische Tafel arrangiert, an der sie acht Personen bewirten kann – so geschickt, dass die Jury des COUNTRY-Gartenwettbewerbs Heidi Geiger dafür den ersten Preis zusprach.

Als die Geigers vor zehn Jahren hier einzogen, traten sie aus dem Wohnzimmer auf eine Terrasse aus Betonplatten. Dahinter war Rasen. Im Süden überwucherte, damals wie heute, Efeu eine fünf Meter hohe Mauer. Die Königlich privilegierte Hauptschützengesellschaft hatte vor 100 Jahren die Wand hochgezogen, damit sich Querschläger nicht verirren konnten. Die Sportschützen trainieren nebenan zwar immer noch, doch verhindern Schalldämpfer, dass es ständig knallt und kracht. Den beengten Raum fand Heidi Geiger für einen Rasen mit unschönen Trampelpfaden zu schade: „In der Stadt ist jeder Quadratmeter ein Luxus.“

Wie ein geheimer Schlossgarten

Also ließ sie den Garten bis auf einen Streifen vor der Efeuwand pflastern. Die alten Betonplatten wurden, belebt durch gesägten Granit, neu verlegt, die übrige Fläche mit Naturgranit gepflastert: mal ganz gerade an den ausgesparten Pflanz-Inseln vorbei, dann wieder geschwungen und dort, wo der runde Tisch stehen soll, in Form eines Kreises. Der knappe Raum diktierte auch die Bepflanzung. „Dominante Farben hätten den Garten erschlagen“, erklärt die Münchnerin. Stattdessen lässt sie zarte Nuancen miteinander spielen: Rosé, Flieder, Lila, Weiß, Creme und Blätter in grau-grünen Tönen. Und sie pflegt ihr Faible für Rosen, Kräuter und Düfte. Neben einer Liege aus Teak wuchert im Beet Lavendel, hinter dem zartlila Zierlauch und eine Schwertlilie die Blütenköpfe heben. Mitten im Garten wetteifert die Gourmetrose ‚Dieter Müller‘ mit den Aromen von Thymian, Rosmarin, Salbei und Oregano.

An der Grenze zum Schatten fühlen sich Hortensien und Rosen wohl, und am runden Rankgitter bedankt sich die weiß-rosa gefüllte Nahema für den Halbschatten mit ausdauernder Blüte und intensivem Duft. In den Efeu pflanzte Heidi Geiger Knöterich. Seine weißen Federblüten setzen lichte Punkte ins satte Grün. Das Weiß nehmen zarte Japan-Anemonen und zwei ‘Annabelle’-Ballhortensien beim Kugelbuchs wieder auf, neben der antiken Sonnenuhr pudert eine Rispenhortensie ein Staudenbeet im Sommer mit weißen Rispen. Und ganz hinten wartet noch eine Überraschung: Durch zwei alte Eisengitter, um die sich Tour-de-Malakoff-Rosen in Pink ranken, fällt der Blick auf ein Eisentor. Ehemann Walter Geiger hat es auf Spiegelfolie an die Mauer montiert – wie ein geheimer Zugang zu einem verwunschenen Schlossgarten …