Blüte-Zeit von Carl von Linné

Die Blumenuhr

Sie macht Freude, geht aber nicht immer genau: Carl von Linnés Blumenuhr.

Blumenuhr

Alles hat seine Zeit. Das gilt auch für Blumen, die ihre Blüten öffnen und schließen – fast als hätten sie gesetzlich geregelte Öffnungszeiten. So öffnet der Klatschmohn morgens um fünf Uhr seinen Blütenkelch und schließt ihn um 18 Uhr. Die Sumpfdotterblume öffnet sich um 8 Uhr und schließt sich um 21 Uhr.

Der schwedische Naturforscher Carl von Linné hatte 1745 die Idee, dieses chronobiologische Phänomen in ein uhrenförmiges Beet umzusetzen, bei dem im Kreis eines Zifferblatts in jedes der Zwölf-Stunden-Segmente die passenden Blumen gepflanzt wer- den. Für seine „Blumenuhr“ erntete Linné auch viel Spott, denn nicht immer hält sich die innere Uhr der Blumen an den Puls der Natur, insbesondere wenn sie an unterschiedlichen klimatischen Standorten wachsen. Und weil keine Blume das ganze Jahr über blüht, müsste man die Blumenuhr immer wieder neu bepflanzen. Doch im Zeitalter der digitalen Zeitanzeige auf jedem Handy hat die Blumenuhr längst nicht mehr die Aufgabe, die Zeit anzuzeigen, sondern das Auge zu erfreuen. Die Blumenuhr ist auch ideal als Gartenprojekt für Kinder geeignet.

Zum Nachmachen hier eine Auswahl von Blumen, die man an passender Stelle des Zifferblatts einpflanzen kann: 5 Uhr: Mohn (Ö), 6 Uhr: Zaunwinde (Ö), 7 Uhr: Huflattich (Ö), 8 Uhr: Sumpfdotterblume (Ö), 9 Uhr: Margerite (Ö), 10 Uhr: Sauerklee (Ö), 11 Uhr: Kohl-Gänsedistel (Ö), 12 Uhr: Mittagsblume (Ö), 14 Uhr: Wegwarte (S), 15 Uhr: Kürbis (S), 16 Uhr: Wunderblume (Ö), 18 Uhr: Mohn (S), 20 Uhr: Nachtkerze (Ö) und 21 Uhr: Sumpfdotterblume (S). (Ö = Blüte öffnet sich, S = Blüte schließt sich. Allerdings: Nicht für alle Uhrzeiten gibt es geeigneten Blumen.)

Eine gute Pflanzhilfe ist die Nachbildung der Linnéschen Blumenuhr, 32 cm Durchmesser. Manufactum, 9,90 Euro. Das Buch zur Uhr kostet 8,90 Euro.

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Autor:
Bernd Müller