Pflanzen und Blumen

Der Sonnenhut

Wenn die Farben im Garten langsam an Kraft verlieren, haben Sonnenhüte ihren großen Auftritt. Mit Pink, Zitrusgelb oder Scharlachrot sorgen die Naturschönheiten für dramatische Kulissen. 

Sonnenhut

Bei dem Wort „Prärie“ denken wir an grenzenlose Weiten, einen unendlichen Himmel und an Cowboys, die durch Gras und Staub in den Sonnenuntergang reiten. Aber diese Landschaft hat noch viel mehr zu bieten, als die Kulissen der Westernfilme erahnen lassen. Zum Beispiel ist sie die Heimat einer der prachtvollsten Stauden, die in den vergangenen Jahren unsere Gärten erobert haben: Echinacea purpurea lautet ihr botanischer Name, hierzulande besser bekannt als „Purpursonnenhut“. Was bei Lichte betrachtet etwas irreführend ist, weil die Züchter dem Purpur der Urpflanze längst weitere hinreißende Farben hinzugefügt haben. Inzwischen gibt es Sonnenhüte von Weiß und Zitronengelb über Apricot und Orange bis hin zu feurigem Scharlachrot.

„Mit ihren warmen Farben strahlen sie einen wunderbaren Optimismus aus“, schwärmt der holländische Gartenarchitekt Andries Bierling, der seit letztem Jahr den Titel „Bewahrer der niederländischen Echinacea-Kollektion“ trägt. Diese Auszeichnung, kurz NPC (für Nationale Planten Collectie), wird von der Königlichen Vereinigung der Boskoop Culturen vergeben, mit dem Ziel, möglichst viele Pflanzen, die in den Niederlanden gezüchtet wurden, in ihrer Vielfalt zu bewahren.

In seiner Gärtnerei Tuingoed Foltz in Meeden bei Groningen kultiviert Andries Bierling über 90 Sonnenhut-Arten und -Sorten. Dazu zählen mehrere Dutzend neuer Kreuzungen, die während der vergangenen zehn Jahre entstanden sind, aber auch Wildformen wie der Gelbe Sonnenhut, der Seltsame Scheinsonnenhut, der recht selten vorkommt, und der noch seltenere Tennessee Sonnenhut, dessen Blütenblätter in zartem Rosa schimmern. Diese Blume, die – wie ihr Name schon sagt – aus dem US-Bundesstaat Tennessee stammt, gehört zu Andries Bierlings Lieblingen. Auch weil sie viel zierlicher daherkommt als ihre Verwandten: „Sie ist zurückhaltend, subtil“, erklärt er.