Gartenpraxis

Das Beet richtig abdecken

Üppige Blüte, reiche Ernte und wenig Arbeit für den Gärtner – all das gelingt, wenn man das Beet richtig zudeckt, sagt Experte Heinz Schomakers.

Beet

Warum ist es sinnvoll, ein Beet abzudecken? Heinz Schomakers: Kurz gesagt, weil die Natur es auch so macht. Gerade im Wald bleibt alles liegen, was von den Bäumen fällt. Dadurch entsteht eine Decke, die allmählich verrottet und zu Humus wird. Das große Vorbild Wald versuchen wir im Garten nachzuahmen, indem wir mulchen. Das funktioniert sowohl im Gemüse- als auch im Ziergarten.

Was kann der Gärtner damit bewirken? Er verschafft seinen Pflanzen beste Wachstumsbedingungen und erspart sich selbst eine Menge Arbeit. Er muss weniger gießen und weniger düngen. Denn die Deckschicht hält den Boden feucht und schützt ihn vor Erosion durch Regen sowie Wind. Umgraben fällt auch weg. Da die Kleinstlebewesen in der Erde unter der warmen Hülle nährstoffreichen, lockeren Boden produzieren. Unkraut kann kaum Wurzeln schlagen oder verkümmert wegen Lichtmangel unter der Mulchschicht.

Welches Material eignet sich zur Bodenabdeckung? Am häufigsten und bekanntesten ist Rindenmulch, meist von Kiefern oder Fichten. Im Ziergarten sind für geeignete Stauden auch Steine und Kiesel beliebt. Im Obst- und Gemüsegarten sieht man eher Stroh. Das darf bis zu zehn Zentimeter dick aufgeschichtet werden, im Gegensatz zu Rasenschnitt. Der sollte höchstens fingerdick aufgestreut werden. Wiesengras nur vor der Blüte verwenden, sonst wächst bald eine Blumenwiese im Gemüsebeet.

Gibt es Mulch, der Obst und Gemüse besonders üppig gedeihen lässt? Für den Nutzgarten eignen sich reifer Kompost und alle frischen Gartenabfälle, etwa Blätter von Salat, Kohl oder Tomaten. Guten Ertrag versprechen Beinwell und Brennnessel. Da sich die gemähten Kräuter schnell zersetzen, darf man sie dick, etwa zehn Zentimeter, aufstreuen und bis zur Ernte mehrfach auffüllen.

Was hat es mit dem schwarzen Plastik in manchen Gemüsegärten auf sich? Diese Mulchfolie ist sehr wärmeintensiv und unterdrückt hartnäckiges Unkraut besser als alles andere. Es gibt auch biologisch abbaubares Material, das nach drei Monaten von selbst verschwindet.

Worauf sollten Mulchneulinge unbedingt achten? Bevor man das erste Mal ein Beet bedeckt, muss das Unkraut komplett entfernt sein. Und wenn man Rinde, Stroh oder anderes holziges Material nimmt, muss man mit Stickstoff düngen. Denn dieser wichtige Nährstoff wird von dem Mulch gebunden und fehlt deshalb Beeren, Kohlrabi oder Zucchini. Mulchreste sollten nach der Ernte weder entfernt noch untergegraben werden. Man sollte die Mulchschicht aber regelmäßig auffüllen. Im Gemüsegarten darf erst nach dem Setzen der jungen Pflanzen gemulcht werden.

Finden Schädlinge die warme Decke nicht auch anziehend? Leider ja, vor allem Schnecken vermehren sich in gemulchten Flächen stark. Stroh mögen sie zwar nicht so gern, aber es stimmt nicht, dass sie um die trockenen Halme einen Bogen machen.

Wenn einem Mulch im Garten nicht gefällt, gibt es Alternativen? Bodendecker oder Teppichstauden erfüllen im Ziergarten eine ähnliche Funktion wie eine Decke aus Mulch. Die lebende Schutzschicht aus immergrünen oder farbig blühenden niedrigen Gewächsen kann Blumenbeete oder kahle Stellen unter einem Baum auffüllen. Welche der zahllosen Pflanzen man auswählt, ist Geschmackssache und eine Frage des Standorts. Robuste Bodendecker vertragen es gut, wenn man zur Verjüngung mit dem Rasenmäher auf hoher Stufe drübergeht.

Heinz Schomakers ist Landschaftsarchitekt und Referent des Bundesverbands für Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau in Bad Honnef.

 

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Autor:
Petra Apfel