Gartenbesuch in Nordfriesland

Bauerngarten mit Weitblick

Auf seiner Warft genießt ein Paar aus Hamburg die Weite der nordfriesischen Marsch. Die Offenheit zur Landschaft war sein wichtigstes Ziel bei der Gartengestaltung.

Richtig klotzen wollte Brunhild Menninghaus-Timmer. Mit alten Rosen und Prachtstauden wollte sie rund um ihr Ferienhaus in Tetenbüll ein Feuerwerk der Blüten entfachen – so, wie es sich für einen Bauerngarten gehört. Die Hamburgerin kauft im Jahr 1998 mit ihrem Mann Eugen Timmer den 150 Jahre alten Resthof auf der nordfriesischen Halbinsel Eiderstedt.

Das Anwesen ist in desolatem Zustand, doch die traumhafte Lage überzeugt: Das Haus erhebt sich auf einer von Gräben umgebenen Warft über das flache Land. Nach allen Seiten reicht der Blick weit über die Marschwiesen, wo in friedlicher Eintracht Rinder, Pferde und Schafe weiden. Reiher und Störche suchen im Feuchtgebiet nach Beute. Und am fernen Horizont grüßen die Türme alter Dorfkirchen. „Bis heute können wir uns nicht satt sehen an dieser Weite und Harmonie“, sagt die Hausbesitzerin.

Der Ursprungscharakter des Grundstücks mit seinem fließenden Übergang in die Umgebung soll bei der Gestaltung unbedingt erhalten bleiben. Eine Holzbrücke führt über den Graben zur mit Gras bewachsenen Warft. Auf Wege verzichtet das Paar. Einzelne Kopfweiden, Eschen und Holunderbüsche setzen Akzente und geben Windschutz; Blumenbeete werden vor allem im Staudengarten unterhalb der Warft angelegt. Ein eingezäunter Gemüsegarten findet Platz am Nebengebäude. Die Tipps zur Grobplanung gibt ein Gartenbauarchitekt, den Rest übernimmt Brunhild Menninghaus-Timmer.

Die Landwirtschaftslehrerin ist eine erfahrene Gärtnerin: Doch das 5000 Quadratmeter große Gelände auf Eiderstedt stellt ihre Ausdauer und ihr Geschick auf die Probe. Der zähe, für das Marschland typische Kleiboden widersetzt sich hartnäckig der Bearbeitung. Das verwahrloste Grundstück von Giersch, Disteln und Brennnesseln zu befreien ist kräftezehrend und langwierig. Im Staudengarten magert sie die fette Erde mit Sand ab. Um eine erneute Verkrautung zu verhindern, setzt sie 30 Zentimeter tiefe Betonkanten um die Beete.

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Autor:
Monika Schiffer