Chilischoten
Zu Tränen gerührt
Egal ob lila, gelb, grün oder rot: Chilischoten bringen uns nicht selten zum Weinen. Aber sie sind gesund und voll aufregendem Aroma.
-
Natur: Nicht nur im Essen, sondern auch in freier Natur machen Chilischoten einen guten Eindruck.
-
Wer kann was: Züchter sollten ihre Chilipflanze kennen: Capsicum chinese liebt es warm; frutescens, baccatum und annum sind robuster; pubescens verträgt Kälte am besten.
-
Überwintern: Chilipflanzen lassen sich gut mehrjährig kultivieren, wenn man sie im Haus durch den Winter bringt. Höchste Zeit für den Umzug nach drinnen ist es, wenn es draußen kälter als 5 Grad wird. Im Zimmer sind sie am Fenster bei 15 bis 18 Grad bestens aufgehoben. Machen sich Blattläuse über die Pflanzen her, schadet es nicht, sie zu entblättern. Ab Februar treiben die Sträucher wieder aus. Im Mai können schon erste Früchte ansetzen.
-
Saatgut ernten: Aus frischen, reifen Früchten kann man neues Saatgut gewinnen. Besonders spannend ist das Experiment mit der Lieblingsschote aus dem Urlaubsort. Das Potenzial der Kerne lässt sich gut im Wasserglas prüfen: Keimfähige, schwere Samen sinken zu Boden, taube schwimmen oben. Die Saat anschließend auf Küchenkrepp ausbreiten, trocknen lassen und in lichtundurchlässigen Dosen kühl und trocken aufbewahren.
-
Schärfegrade: Die Schärfe von Chili wird gemessen in Scoville-Einheiten, benannt nach dem amerikanischen Pharmakologen Wilbur L. Scoville (1865–1942). Er ersann die Methode und stellte eine Skala von 0 für „lau“ bis 10 für „superscharf“ auf. Bis 500 Scoville reicht der erste Grad, Schärfe 1, ab 360 000 Scoville ist Schärfe 10.
-
Einlegen: Fleischige Früchte legt man in Öl ein. Sie aromatisieren es. Vorsicht: Chilischärfe brennt auf der Haut und in den Augen. Gummihandschuhe tragen oder nachher gut die Hände waschen. Milchprodukte lindern Brennen im Mund.
-
Konservieren: Dünnfleischige Schoten eignen sich zum Trocknen. Dazu Schoten an den Stielen auf eine Schnur fädeln, etwa vier Wochen warm und luftig aufhängen.
-
Rezepte:
Eingelegte Chilischoten: Zutaten für 2–3 Gläser à 750 ml: 500 g rote und grüne Chilischoten, 120 g sehr kleine Schalotten, 3 Lorbeerblätter, 3 Thymianzweige, 750 ml Weißweinessig, 750 ml Wasser, 9 EL Zucker, 3 EL Salz.
Zubereitung: Chilis waschen und mehrfach mit einer Nadel anstechen. Mit geschälten Schalotten, Lorbeer und Thymian auf die Gläser verteilen. Essig, Wasser, Zucker und Salz aufkochen. Den Sud in die Gläser gießen, fest verschließen. Kühl und dunkel aufbewahren. Bis zum Verzehr etwa 2–3 Wochen ziehen lassen.
Süß-scharfes Chili-Tomaten-Mus: Zutaten für 2–3 Gläser à 250 g: 500 g reife, aromatische Tomaten (ersatzweise geschälte Tomaten aus Glas oder Dose), 4 mittelscharfe Chilischoten (z. B. Jalapeño), 2 Knoblauchzehen, 1 Stück Ingwer, etwa 6 cm lang, 300 g brauner Zucker, 2 TL Thai-Fischsauce, 100 ml Rotweinessig.
Zubereitung: Die Tomaten und Chilis waschen. Die Tomaten würfeln. Wer das Mus nicht so scharf mag, entfernt die Kerne und Scheidewände aus den Chilis, wer es schärfer mag, kocht sie mit. Die Chilis grob hacken. Den Knoblauch und Ingwer schälen und in Scheiben schneiden. Alles mit der Hälfte der Tomaten pürieren. Chili-Tomaten-Masse in einer Pfanne mit Zucker, Fischsauce und Essig aufkochen. Übrige Tomaten zugeben und etwa 30 Minuten köcheln lassen. Das Mus in sterile Gläser geben und verschließen.




