Seite 3 aus dem Artikel: Das Schneeglöckchen
Kleine Pflanzenfibel

Botanik: Das Schneeglöckchen ist eine Zwiebelpflanze und gehört zur Familie der Amaryllis. Die Gattung Galanthus – griechisch für „Milch“ und „Blüte“ – hat 19 gesicherte Arten in Kultur. Die drei wichtigsten Arten: Galanthus nivalis, das einheimische Schneeglöckchen, ist ein Klassiker und auch in West-, Süd- und Osteuropa weit verbreitet. Galanthus elwesii gilt als sein großer Bruder. Galanthus plicatus ist bereits seit dem 16. Jahrhundert ein Kulturpflänzchen im Garten. Der berühmte Botaniker Carolus Clusius erwähnte es 1583. Erkennbar an den Pflanzenblättern mit gefaltetem Rand. Die Unterscheidungen erfolgen durch die Blattstellung im Austrieb und die Markierungen auf den inneren und äußeren Blütenblättern (Tepalen, siehe unten bei „Blüte“).

Rund 1500 Sorten sind durch Züchtungen entstanden, ein Ende ist nicht absehbar. 

Sorten: Rund 1500 Sorten sind durch Züchtungen entstanden, ein Ende ist nicht absehbar. Die Hybriden sind von atemberaubender Form- und Farbvielfalt. So wird der ‘Magdeburger Riese’ fast 50 Zentimeter hoch. Auch die Namen der Blumen sind facettenreich.

Der englische Züchter Greatorex etwa benannte seine gefüllten Schätze nach weiblichen Protagonisten aus Shakespeare-Dramen: ‘Cordelia’, ‘Desdemona’ und ‘Ophelia’.

Blüte: Sie besteht aus inneren und äußeren Perianthblättern (Tepalen) und schaukelt mit dem meist grünen Fruchtknoten (Ovarium) am Pedikel, der wiederum am Stiel hängt.

Pflanzung: Kenner erwerben ihre Favoriten „in the green“, also während oder nach der Blüte. Seltene Sorten schützt man durch Gitterkörbe vor den Krallen der Grabeharke und vor Schädlingen wie Wühlmäusen und Maulwürfen. Hinweis: Die Zwiebel dreimal so tief setzen, wie sie hoch ist. Zu dichte Tuffs alle drei Jahre nach der Blüte ausgraben und vereinzeln.

Standort: Am besten setzt man sie unter halbschattige Gehölzgruppen, aber eigentlich gedeihen sie fast überall, wenn man Staunässe und zu trockenen Boden meidet.


Schlagwörter: blumen, Pflanzen, Wissen
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Quelle: COUNTRY 1/2012

Autor: Christa Hasselhorst